BUND für Umwelt- und Naturschutz Deutschland,
Landesverband Sachsen e.V.

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Ein Stück "Miriquidi" bewahren und entwickeln

25.08.2009

BUND reicht Schutzgebietsantrag für NSG "Am Taufichtig" ein


Als fünften Antrag für die Ausweisung eines Naturschutzgebietes im Erzgebirgskreis hat der BUND in einem Schreiben an den Landrat Frank Vogel, die Unterschutzstellung eines NSG "Am Taufichtig" beantragt.
Das Gebiet liegt ca. 4 km nordwestlich von der Stadt Oberwiesenthal und soll die bereits bestehenden Schutzgebiete NSG Moor am Pfahlberg und NSG Taufichtig zu einem Naturschutzgebiet verbinden. Die Fläche dieses Schutzgebietes würde ca. 456 ha umfassen, gegenwärtig sind davon 59 ha in den zwei bestehenden NSG gesetzlich geschützt.
Das vorgeschlagene NSG bildet die die Kernfläche des 2.602 ha großen, europäischen Vogelschutzgebietes "Fichtelberggebiet", dass dem Schutz der folgenden europaweit gefährdeten Vogelarten: Auerhuhn (Tetrao urogallus), Grauspecht (Picus canus), Raufußkauz (A egoliusfunereus), Sperlingskauz (Glaucidium passerinum), Schwarzspecht (Dryocopus martius), Schwarzstorch (Ciconia nigra), Uhu (Bubo bubo) und Wachtelkönig (Crex crex) gilt. Quasi als Alleinstellungsmerkmal für diesen Naturraum kann das letzte Vorkommen des Auerhuhn im Freistaat Sachsen gelten.
Diese Vogelart bevorzugt große, zusammenhängende Waldgebiete mit einem ausreichenden Nahrungsangebot (Wildbeeren, Insekten) und ungestörte Rückzugsräume. Diese Bedingungen können und könnten nur noch an wenigen Standorten in unserer dicht besiedelten und intensiv genutzten Landschaft erfüllt werden, die Reste, wie der Taufichtig benötigen daher unseres konsequenten Schutzes.
Die Lebensräume sind in diesem Gebiet mannigfaltig naturnahe montane Fichtenwälder, Bergmischwälder, Buchenwälder, Moorwälder und sonstige Feuchtgebiete und Quellbereiche, Horst- und Höhlenbäume, liegendes und stehendes Totholz, Fließgewässer, Beerkrautdecken und offene Felsbereiche. Es ist ein Stück des ursprünglichen erzgebirgischen "Urwaldes", des Miriquidi.
Um einen kleinen Ausschnitt dieses ursprünglichen Erzgebirges zu erhalten, sollte auf die Nutzung dieser Flächen verzichtet werden. Ein Verzicht aber, der den Naturreichtum fördert und damit ein Gewinn für die Region ist.
Geben wir dem Erzgebirge ein Stück seiner Natur zurück !

Wolfgang Riether
Landesgeschäftsführer BUND Landesverband Sachsen e.V.
Chemnitz, 21.08.2009